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Netzwerkverkabelung, was bleibt, wenn die Technik längst getauscht ist

Switche werden alle paar Jahre ersetzt, Rechner noch häufiger. Die Verkabelung bleibt zwei Jahrzehnte liegen. Deshalb wird sie geplant, gemessen und dokumentiert, nicht verlegt und vergessen.

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Der teuerste Meter ist der, der fehlt

Im Neubau kostet eine zusätzliche Leitung wenig, solange der Putz nicht drauf ist. Danach kostet dieselbe Leitung ein Vielfaches: Kanal, Durchbruch, Brandschott, Malerarbeiten. Die meisten Nachrüstungen, die wir machen, wären in der Planungsphase ein Satz im Elektroplan gewesen.

Deshalb sitzen wir lieber früh mit am Tisch. Nicht, weil die Verkabelung das spannendste Gewerk ist, sondern weil sie das einzige ist, das man später kaum noch korrigieren kann.

Planung vor dem Bau

Trassen, Steigleitungen, Technikraum und Dosenverteilung werden mit Architekt und Elektrobetrieb abgestimmt, bevor Wände geschlossen werden.

Strukturierte Verkabelung

Primär-, Sekundär- und Tertiärbereich nach der Normenreihe DIN EN 50173: Kupfer für die Etage, Lichtwellenleiter für Steigleitungen und Gebäudeverbindungen.

Technikraum und Verteiler

Schrank, Patchfeld, Rangierung, Stromversorgung und Beschriftung, so aufgebaut, dass später jemand anderes sich darin zurechtfindet.

Dosen für Geräte, nicht für Zahlen

Arbeitsplätze, Drucker, Kassen, Maschinen, Access Points. Wie viele Dosen wo sitzen, ergibt sich aus der Nutzung des Raums, nicht aus einer Faustformel.

PoE für Kamera und Zutritt

Kameras, Türstationen und Access Points werden über dieselbe Verkabelung versorgt. Das spart Leitungen und macht die Anlage wartbar.

Messung und Abnahme

Jede Strecke wird gemessen und protokolliert. Das Messprotokoll gehört zur Übergabe und bleibt bei Ihnen.

So läuft ein Verkabelungsprojekt

  1. 1

    Begehung oder Planunterlagen

    Im Neubau arbeiten wir mit dem Grundriss, im Bestand mit einer Begehung. Beides endet mit einer Liste: Wo sitzt welche Dose, wo läuft welche Trasse, wo steht der Verteiler.

  2. 2

    Abstimmung mit den anderen Gewerken

    Elektro, Trockenbau und Brandschutz müssen wissen, wo wir durchgehen. Diese Abstimmung ist der Punkt, an dem Nachrüstungen teuer werden, wenn sie fehlt.

  3. 3

    Installation

    Kabel ziehen, Dosen setzen, Verteiler aufbauen, auflegen, beschriften. Brandschotten dort, wo Brandabschnitte durchstoßen werden.

  4. 4

    Messen und dokumentieren

    Jede Strecke wird durchgemessen. Sie erhalten das Messprotokoll, einen Verteilerplan und eine Dosenliste.

  5. 5

    Aktivtechnik und Übergabe

    Switche, Access Points und gegebenenfalls Kameras werden gesetzt und in Betrieb genommen. Danach steht fest, was läuft und was noch offen ist.

Neubau

  • Trassen und Steigleitungen im Grundriss statt im Nachhinein
  • Ein Raum für die Technik, belüftet, abschließbar, mit Strom
  • Dosenverteilung nach tatsächlicher Raumnutzung
  • Abstimmung mit Elektro, Trockenbau und Brandschutz
  • Leerrohre für das, was heute noch niemand braucht

Bestand

  • Aufnahme dessen, was tatsächlich liegt, oft weicht es vom Plan ab
  • Nachrüstung einzelner Arbeitsplätze, Kameras und Access Points
  • Ordnung im gewachsenen Verteiler, Beschriftung und Rangierung
  • Arbeiten im laufenden Betrieb, abgestimmt auf Ihre Zeiten
  • Dokumentation nachträglich erstellen, wo keine vorhanden ist

Häufige Fragen zur Verkabelung

Wann ist der richtige Zeitpunkt, uns einzubinden?
Im Neubau so früh wie möglich, idealerweise, wenn die Grundrisse stehen und bevor der Elektroplan abgeschlossen wird. Trassen, Steigleitungen und ein Raum für die Technik lassen sich auf dem Plan ohne Mehrkosten berücksichtigen. Im fertigen Gebäude kostet dieselbe Leitung ein Vielfaches, weil Wände, Decken und Brandabschnitte im Weg sind.
Welche Kabelkategorie ist sinnvoll?
Das hängt von der geplanten Nutzungsdauer und den Anwendungen ab. Die Verkabelung ist der Teil der IT mit der längsten Lebensdauer, sie überlebt mehrere Generationen an Switchen, Rechnern und Telefonanlagen. Deshalb wird sie üblicherweise großzügiger ausgelegt als die heutige Anforderung. Was im konkreten Fall sinnvoll ist, klären wir an Ihrem Gebäude und Ihrem Nutzungsprofil.
Kupfer oder Lichtwellenleiter?
Innerhalb einer Etage ist Kupfer der Normalfall, weil es die Endgeräte zugleich mit Strom versorgen kann. Zwischen Etagen, Gebäuden und Standorten kommt Lichtwellenleiter zum Einsatz, weil er größere Entfernungen überbrückt und elektrisch entkoppelt. In der Praxis ist es fast immer eine Kombination aus beidem.
Was gehört zu einer ordentlichen Übergabe?
Ein Messprotokoll je Strecke, ein Verteilerplan, eine Dosenliste mit Raumzuordnung und eine Beschriftung, die zu beidem passt. Ohne diese Unterlagen ist jede spätere Störungssuche Raterei, unabhängig davon, wer sie durchführt.
Übernehmen Sie auch Nachrüstungen im laufenden Betrieb?
Ja. Das ist der Normalfall im Bestand: einzelne Arbeitsplätze, eine neue Kamera, ein zusätzlicher Access Point, die Anbindung einer Maschine. Wir stimmen die Arbeiten so ab, dass der Betrieb weiterläuft.
Arbeiten Sie mit dem Elektrobetrieb zusammen?
Ja, und das ist meist der sinnvollste Weg. Der Elektrobetrieb kennt das Gebäude und die Trassen, wir kennen die Anforderungen des Netzwerks. Wer welche Leistung erbringt, legen wir vorher fest, damit am Ende niemand auf die Dokumentation des anderen wartet.

Was danach kommt

Die Verkabelung ist die unterste Schicht. Darüber liegen Netzwerk und WLAN, Server und Daten, Sicherheits- und Gebäudetechnik. Wir betreuen diese Schichten auch dann, wenn die Verkabelung von jemand anderem stammt.

Netzwerk und WLAN →Server und Cloud →Sicherheits- und Gebäudetechnik →

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